Eine verkalkte Waschmaschine klingt nach Ärger, den bringt sie auch tatsächlich. Ist der Kalk erst einmal festgefressen, ergeben sich viele Probleme für den Besitzer.
Woher kommt der Kalk?

Die Waschmaschine sollte vor Kalk geschützt werden.
Der Kalk befindet sich in gelöster Form im Leitungswasser. Dorthin gelangt er vor allem durch Auflösung des Wassers von Dolomit- und Kalkgestein auf dem Weg zum Wasserversorger.
Tatsächlich kommt Kalk in jedem üblichen Leitungswasser in verschiedener Konzentration vor. An verschiedenen Gegenständen, vor allem aber wenn Wasser verdunstet, bleibt der Kalk an der Oberfläche kleben. Beim nächsten Waschgang wiederholt sich das ganze und die Kalkschicht wächst langsam an.
Warum ist Kalk ein Problem für Waschmaschinen?
Kalk ist in der Waschmaschine an mehreren Stellen ungünstig. Schon bei der Wasserzuleitung sammelt sich gerne Kalk an und kann diese verstopfen. Selten verstopft sie zur Gänze, häufig aber soweit, dass nicht mehr genügend schnell Frischwasser zugeführt werden kann. Das äußert sich in Fehlermeldungen der Waschmaschine und nicht sauber gewaschener Wäsche.
Ein beliebter Ort für dicken Kalk ist der Heizstab, der auch plakativ in so mancher Kalklöser Werbung gezeigt wird. Hier wird zuerst die Temperatur reduziert, das fällt aber sehr lange nicht auf. Ist der Kalk entsprechend dick auf dem Heizstab, überhitzt dieser innen und wird dadurch zerstört.
Auch auf der Wäsche selbst kann sich Kalk durch hartes Leitungswasser absetzen. Dadurch wird die Wäsche „rauh“ und verliert an Farbkraft.
Wie kann man die Wasserhärte bestimmen?
Was ist nun hartes oder weiches Leitungswasser? Gemessen wird die Wasserhärte nach °dH (Deutsche Grad). In Österreichs Leitungen kommt Wasser von ca. 2° dH bis 23° dH vor. Eine grobe Einteilung geben folgende drei Stufen, die auch auf Waschmittel Packungen zu finden sind:
- 0-10 °dH -> weiches Wasser bis mäßig hartes Wasser
- 10-16 °dH -> ziemlich hartes Wasser
- +16 °dH -> hartes Wasser

Ein Waschgang mit Entkalker bei hoher Temperatur sollte hin und wieder durchgeführt werden.
Da die Wasserhärte nach dem Carbonatgehalt im Wasser gemessen wird, ist dies auch ein direktes Indiz für den Kalkgehalt. Da aber jedes Leitungswasser Kalk enthält, sollte man seine Waschmaschine immer davor schützen, nur eben etwas mehr oder etwas weniger.
Um die eigene Wasserhärte zu bestimmen gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Wasserabrechnung: Hier sind die aktuellen Wasserwerte verzeichnet.
- Wasserversorger Online: Einfach in einer Suchmaschine nach „Meine Gemeinde Wasserversorger“ suchen und die Wasserwerte suchen.
- Gemeinde befragen: Sollte sich Online nichts finden lassen, kann man direkt bei seiner Gemeinde anfragen.
- Eigener Wassertest: Wer es genau wissen möchte, kann sich Wassertests kaufen. Der Aquariumbedarf bietet diese auch sehr günstig an.
Kalktabs nur vorbeugend oder auch zum Entfernen?
Der Markt kennt mittlerweile viele verschiedene Möglichkeiten, dem Kalk den Kampf anzusagen. Oft wird aber auch behauptet, dass die Firmen nur vom Marketing leben und die Tabs keinen echten Mehrwert bieten.
Das ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Die allermeisten Waschmittel, völlig egal ob Pulver oder Flüssig, haben bereits Wasserenthärter enthalten. Wichtig ist aber, dass das Waschmittel korrekt dosiert wird. Dann ist ein zusätzlicher Kalkentferner nicht notwendig.
Dennoch gibt es aber immer wieder Kunden die berichten, dass eine ohne Zusatzmittel betriebene Waschmaschine relativ schnell defekt wurde. Leider ist es recht schwer, die richtige Waschmittelmenge zu dosieren. Deshalb kann es also zu Schäden an der Maschine kommen.
Gerade wenn man etwas härteres Wasser aus der Leitung hat, können hin und wieder verwendete Kalktabs keinesfalls Schaden. Zudem reduziert sich die benötigte Waschmittelmenge bei der Verwendung von Kalktabs, da man dieses dann immer so dosieren kann, als wenn man weiches Wasser hätte.
Kalk in der Waschmaschine verhindern
Vorbeugende Maßnahmen sind neben dem im vorigen Kapitel erwähnten richtigen Dosieren des Waschmittels die gelegentliche Verwendung von Kalktabs oder Pulvern sein. Genauso helfen Hausmittel wie Essig oder Zitronensäure, auf die wir weiter unten noch eingehen werden. Dabei sollte man die Waschmaschine mit höchster Temperatur und ohne Wäsche durchlaufen lassen, um auch Schmutz und Bakterien mit abzutöten.
Ein etwas teurer aber konsequenter Weg, ist Kalk direkt beim Hauptwasseranschluss zu blockieren. Dies geschieht mit sogenannten Wasserenthärtern. Diese recht teuren Geräte werden ins Leitungsnetz integriert und senken den Wassergehalt. Zu beachten ist dass diese Geräte nicht Wartungsfrei sind und eine sehr niedrige Wasserhärte sogar die Leitungen beschädigen kann. Wer sich also für diese Variante entscheidet, muss die Wasserhärte sehr genau messen und mit dem Wasserenthärter gut abstimmen.
Grundsätzlich ist hartes Wasser als Trinkwasser aber sogar gesünder als weiches Wasser.
Vorhandenen Kalk entfernen
Ist der Kalk ersteinmal zu einem Problem in der Waschmaschine geworden, wird es schon etwas komplizierter. Man kann versuchen mehrere Male, wie oben beschrieben, bei höchster Temperatur mit Antikalk Mitteln zu waschen. Dies wird aber nur bei geringsten Verkalkungen zum Erfolg führen.
Ist ein Heizstab ersteinmal durch zu niedrige Temperatur aufgefallen, wird er in den meisten Fällen nicht mehr zu verwenden sein. Ein Austausch ist dann so gut wie unumgänglich.
Bemerkt man den Kalk früh genug, kann man den Heizstab ausbauen und in Essig oder Zitronensäure einlegen.
Wundermittel Essig

Ist Kalk erst ein Problem, ist eine Reparatur kaum zu vermeiden.
Essig ist als Haushaltsmittel sehr beliebt. Auch als Kalklöser kann Essig erstaunliches leisten. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang aber die Fähigkeit, Silikon zu zerstören. Essig löst im Silikon gewisse chemische Reaktionen aus, die es aufblähen und rissig werden lassen. Da in einer Waschmaschine Teile vorkommen, die aus Silikon gefertigt sind, ist hier etwas Vorsicht geboten. Mit einer handelsüblichen Essig Lösung von 1 Teil Wasser zu 1 Teil Essig ist aber nichts zu befürchten.
Auch ein Waschgang mit Essig ist ungefährlich, da dabei so viel Wasser gespült wird, dass der Essig kaum Wirkung zeigen kann. Leider wirkt der Essig dadurch auch kaum am Kalk.
Gummi wird von Essig in normaler Konzentration nicht angegriffen, erst bei weit über 30%iger Essigkonzentration wird der Weichmacher von Gummi angegriffen.
Vor allem ein ausgebauter Heizstab lässt sich aber hervorragend in Essiglösung reinigen.
Zitronensäure
Zitronensäure ist ein ausgezeichnetes Mittel um Kalk zu lösen, zudem greift es Silikon nicht an und kann so viel höher dosiert werden. Sowohl ein Waschgang mit Zitronensäure als auch die direkte Reinigung verkalkter Waschmaschinenteile ist möglich.
Fazit:
Wer seiner Waschmaschine gutes tun möchte, sollte sich hin und wieder um den Kalk kümmern. Dazu genügt es, die Maschine alle 10-15 Waschgänge, mit einem Kalkentferner bei höchster Temperatur laufen zu lassen. Ist der Kalk erst einmal zu einem Problem geworden, ist eine Reparatur leider kaum zu vermeiden.
Quellen:
http://www.konsument.at/heim-garten/wasserenthaerter-in-waschmaschinen
http://konsumententipps.blogspot.co.at/2008/06/ist-calgon-wirklich-ntig.html